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Schilddrüsenknoten
Symptome, Diagnose und Behandlung

Heißer Knoten

Diese Knoten können weiterhin Hormone produzieren, oft sogar in höheren Mengen als es für den Körper notwendig ist. Bei diesen Knoten ist das Krebsrisiko niedrig. Da heiße Knoten mehr Schilddrüsenhormone produzieren können, ist der TSH-Spiegel bei Betroffenen niedriger, damit die Schilddrüse in ihrer Funktion eingebremst wird. Oft genügt diese körpereigene Maßnahme (TSH-Reduktion), um eine Medikation abzuwenden. Trotzdem sollte der Zustand der Betroffenen regelmäßig vom Arzt untersucht und bei Gefahr der Entstehung einer Schilddrüsenüberfunktion mit der Medikation / Behandlung begonnen werden.

Bei heißen Knoten gibt es noch folgende Differenzierung:

 

  • Unifolaker Autonomie: Es liegt ein heißer Knoten in der Schilddrüse vor

  • Multifokaler Autonomie: Es liegen mehrere heiße Knoten in der Schilddrüse vor


Die Untersuchung findet durch Szintigraphie statt.

Kalter Knoten

Das sind Knoten, die weniger oder keine Hormone mehr produzieren können. Bei kalten Knoten ist das Krebsrisiko etwas höher als bei heißen Knoten. Ultraschall und Feinnadelpunktion können zur Abklärung von Krebs eingesetzt werden.

Generell kann man sagen, dass die Szintigraphie die zuverlässigste Methode ist, um das Vorliegen von heißen oder kalten Knoten zu untersuchen und diese voneinander zu unterscheiden.

Symptome

Wenn ein Schilddrüsenknoten eine gewisse Größe erreicht hat, dann können folgende Symptome auftreten:
 

  • Sichtbarkeit des Knotens durch eine Schwellung im Halsbereich

  • Erschwertes Schlucken und Atmen

  • Drang zum Räuspern


Im Falle eines heißen Knotens können typische Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten wie z.B.:
 

  • Wärmeempfindlichkeit

  • Gewichtsabnahme

  • Erhöhte Nervosität

  • Unregelmäßige Herzfrequenz


Schilddrüsenknoten können vom Arzt getastet werden. Im nächsten Schritt untersucht Ihr Arzt die Schilddrüse mit Ultraschall. Im Ultraschallbild sind die Knoten leichter erkennbar. Anschließend kann in einer Szintigraphie geklärt werden, ob es sich bei einem Knoten um einen heißen oder kalten Knoten handelt. Bei Verdacht auf Schilddrüsenkrebs wird auch eine Gewebeprobe entnommen (Feinnadelpunktion).

Bei heißen Knoten zeigt das Blutbild einen niedrigeren TSH-Spiegel, weil das Gehirn versucht, die Aktivität der Schilddrüse zu reduzieren.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung eines Schilddrüsenknotens, unter anderem:
 

  • Zyste: Eine Zyste in der Schilddrüse entsteht durch eine Vergrößerung des Schilddrüsengewebes und ist mit Flüssigkeit befüllt.

  • Eine Vergrößerung des Schilddrüsengewebes: Auch als Schilddrüsenadenom (Geschwulst) bezeichnet, ist in den meisten Fällen harmlos bis es zu sehr wächst und Probleme beim Schlucken oder Atmen verursacht.

  • Chronische Schilddrüsenentzündung: Zum Beispiel beim Vorliegen von Hashimoto-Thyreoiditis. Das kann zur Vergrößerung der Schilddrüse führen und tritt oft zusammen mit einer Schilddrüsenunterfunktion auf.

  • Schilddrüsenkrebs: In manchen Fällen ist Krebs die Ursache für die Entstehung und das Wachstum eines Knotens. Kalte Knoten entwickeln sich etwas öfter zum Krebs als heiße Knoten.

Risikofaktoren

  • Der Jodmangel ist der häufigste Risikofaktor in der Entstehung von Schilddrüsenknoten.

    Bei heißen Knoten kann eine hohe Jodzufuhr z.B. als Röntgenkontrastmittel bei vorhandenen heißen Schilddrüsenknoten zu einer plötzlichen Überfunktion führen.

Folgen und Komplikationen

  • Probleme beim Schlucken und Atmen

  • Schilddrüsenüberfunktion: Besonders beim Vorliegen eines heißen Knotens kann die Schilddrüse insgesamt zu viel Hormone produzieren. Dies führt dann zu typischen Symptome der Schilddrüsenüberfunktion wie z.B. Gewichtsabnahme, Wärmeempfindlichkeit, Muskelschwäche, unregelmäßige Herzfrequenz oder Angstzuständen.

  • Operative Entfernung: Sollte die operative Entfernung eines Schilddrüsenknotens notwendig sein, müssen Betroffene oft ein Leben lang entsprechende Medikamente einnehmen, um den Defizit der Schilddrüsenhormone zu kompensieren.

Die Schilddrüse produziert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die viele Vorgänge im Körper regulieren wie z.B. den Sauerstoffverbrauch, den Kohlenhydratstoffwechsel, den Energiestoffwechsel (Metabolismus), die Körpertemperatur, den Cholesterinabbau, die Entwicklung des zentralen Nervensystems, die Herzfrequenz und den Blutdruck, das Wachstum bei Kindern, und vieles mehr.

Zur Bildung von Hormonen benötigt die Schilddrüse in erster Linie Jod. Bei Jodmangel versucht die Schilddrüse dagegen zu wirken, indem sich ihre Zellen vermehren oder vergrößern. Dies ist die häufigste Ursache für die Entstehung von Schilddrüsenknoten. Andere Ursachen sind Schilddrüsenkrebs oder die Entstehung von Zysten.

Etwa ein Viertel der Bevölkerung weist Schilddrüsenknoten auf. In den meisten Fällen sind diese Knoten nicht bösartig und werden kaum von Betroffenen wahrgenommen. Es sei denn, es kommt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse (Struma / Kropf) und eine Schwellung des Halses tritt in Erscheinung. Dieser Umstand kann auch das Schlucken und Atmen erschweren. In seltenen Fällen kann Krebs die Ursache für die Entstehung eines Schilddrüsenknotens sein.

Die Schilddrüsenknoten werden in 2 Kategorien aufgeteilt: Heißer und kalter Knoten.

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Ihr Dr. Rafiei