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Schilddrüsenkrebs
Symptome, Diagnose und Behandlung

Differenzierter Schilddrüsenkrebs

Die Schilddrüse besteht aus mikroskopisch kleinen Bläschen (Follikel), deren Wand aus sogenannten Follikelepithelzellen besteht. Die Follikelepithelzellen produzieren die Schilddrüsenhormone und speichern diese in den Follikeln.

Hier entsteht der Krebs in den Follikelepithelzellen. Diese Krebszellen sind im Aussehen den normalen Zellen sehr ähnlich und können daher visuell kaum als krankhaft erkannt werden.

Im differenzierten Schilddrüsenkrebs gibt es noch folgende Unterteilungen:

 

  • Papillärer Schilddrüsenkrebs (warzenförmige Erscheinung der Schleimhaut der Schilddrüse): Dies ist der am häufigsten anzutreffende Schilddrüsenkrebs, der in den meisten Fällen im Alter von etwa 30 bis 50 auftreten kann. Die Krebszellen können auch die Lymphknoten im Hals befallen. Selten ist diese Krebsart aggressive und die Krebszellen verteilen sich im Körper auf andere Organe. In den meisten Fällen aber ist sie gut behandelbar.

  • Follikulärer Schilddrüsenkrebs: Zumeist sind Menschen über dem 55 Lebensjahr von dieser seltenen Krebsart betroffen. Die Krebszellen sind im Normalfall stationär und bleiben in der Schilddrüse. Bei aggressiveren Formen dieser Krebsart können die Krebszellen allerdings die Lunge und Knochen befallen.

  • Hürthle-Zellen Schilddrüsenkrebs: Diese seltene Art des Schilddrüsenkrebses ist meistens aggressiv und dessen Krebszellen befallen auch andere Organe im Körper der Betroffenen.

  • Wenig differenzierter Schilddrüsenkrebs: Statistik zeigt, dass dies die aggressivste Art des differenzierten Schilddrüsenkrebses ist. Allerdings kommt sie seltener vor.

Anaplastischer Schilddrüsenkrebs

Dies ist eine seltene Art des Schilddrüsenkrebses, die sich auch auf andere Organe wie Lunge, Knochen, Leber und Gehirn ausbreiten kann. Oft sind Betroffene seit längerem an einer Struma erkrankt gewesen.

Bei dieser Krebsart spielt eine frühzeitige Behandlung eine sehr wichtige Rolle, da sie sich sehr rasch weiterentwickelt. Die Chemo- und Strahlungstherapie können viel bewirken, sollten sie rechtzeitig angewandt werden. Sonst ist eine operative Entfernung der Schilddrüse vonnöten.

Der anaplastischer Schilddrüsentumor ist aggressiv und vergrößert sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Knoten im Halsbereich, der das Schlucken und besonders das Atmen stark beeinträchtigen kann. Eine Tumorgröße von etwa 5 – 6 cm ist bei dieser Krebsart keine Seltenheit.

Medulläres Schilddrüsenkarzinom (-krebs)

Der Medulläre Schilddrüsenkrebs entsteht in den sogenannten C-Zellen. Die C-Zellen der Schilddrüse produzieren Hormon Calcitonin, das für den Kalzium-Haushalt im Körper verantwortlich ist, indem es den Kalziumgehalt im Blut senkt und den in den Knochen erhöht und somit zu gesungen, festen Knochen führt.

Durch den Krebs weisen die Betroffene einen höheren Calcitonin-Spiegel im Blut auf, was bei der Blutuntersuchung als Nachweis des Krebses zutage treten kann.

Da das medulläre Schilddrüsenkarzinom oft genetisch bedingt auftritt, kann eine prophylaktische Genanalyse zu einer genaueren Einschätzung des Risikos führen. Dabei kann eine operative Entfernung der Schilddrüse von dem Ihrem Arzt empfohlen werden.

In der Anfangsphase sind Schilddrüsenknoten nicht bemerkbar. Der Krebs macht sich etwas später wahrnehmbar, wenn der betroffene Schilddrüsenknoten weitergewachsen ist.

Einige Symptome des Schilddrüsenkrebs sind wie folgt:

 

  • Manchmal ist der Krebsknoten äußerlich im Halsbereich ersichtlich. Ab einer gewissen Größe können sie getastet werden.

  • Erschwertes Schlucken oder Atmen

  • Heiserkeit

  • Veränderung der Stimme

  • Geschwollene Lymphknoten im Halsbereich

  • Schmerzen im Halsbereich

  • Nackenschmerzen

Ursachen

  • Bestrahlungstherapie im Halsbereich oder Strahlenunfälle wie z.B. die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl

  • Alter

  • Frauen sind öfter vom Schilddrüsenkrebs betroffen als Männer

  • Jodmangel kann zu follikulärem Schilddrüsenkrebs führen

  • Menschen mit Schilddrüsenkrebs können das Risiko ihrer Kinder bis zu 30% erhöhen ebenfalls an Schilddrüsenkrebs zu erkranken.

Risikofaktoren

Hier spielen folgende Faktoren eine Rolle:

  • Geschlecht: Frauen sind häufiger vom Schilddrüsenkarzinom betroffen als Männer

  • Hohe radioaktive Strahlung: Strahlentherapie oder Unfälle mit radioaktiver Strahlung

  • Genetik: Menschen, deren Eltern an Schilddrüsenkrebs litten, haben ein höheres Risiko (medullärer Schilddrüsenkrebs)

Symptome

Die Schilddrüse produziert die Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4), die viele Vorgänge im Körper regulieren wie z.B. den Sauerstoffverbrauch, den Kohlenhydratstoffwechsel, den Energiestoffwechsel (Metabolismus), die Körpertemperatur, den Cholesterinabbau, die Entwicklung des zentralen Nervensystems, die Herzfrequenz und den Blutdruck, das Wachstum bei Kindern, und vieles mehr.

Aus unterschiedlichen Gründen wie z.B. Jodmangel können Knoten in der Schilddrüse entstehen. Das sind Zellen, die wachsen oder sich stärker vermehren als die restlichen Gewebezellen. Nur in einem geringen Prozentsatz aller Fälle kann aus einem Schilddrüsenknoten Krebs entstehen.

Beim Schilddrüsenkrebs kommt es zu einem unkontrollierten Wachstum oder Vermehrung von den veränderten Schilddrüsenzellen. Das Schilddrüsenkarzinom ist seit Jahren sehr gut diagnostizier- und behandelbar.

Diejenige Schilddrüsenknoten, die sich aus der Sicht Ihres Arztes einer näheren Untersuchung bedürfen, werden mit Ultraschall genauer untersucht. Durch die Szintigraphie werden der Stoffwechsel und die Aktivität des Knotens beobachtet. Im Bedarfsfall wird durch eine Nadelpunktion eine Gewebeprobe entnommen, die zur weiteren Untersuchung ins Labor geschickt wird. Der Befund der Gewebeanalyse bringt Sicherheit darüber, ob der Schilddrüsenknoten bösartig ist oder nicht.

Frauen sind fast doppelt so oft vom Schilddrüsenkrebs betroffen als Männer, wobei der Krebs bei Männern zumeist einen aggressiveren Verlauf hat als bei Frauen.

Bei den Krebsarten der Schilddrüse kann man folgende Unterscheidungen treffen:

Folgen und Komplikationen

  • Wiederauftreten des Krebses: Leider kann der Schilddrüsenkrebs trotz völliger Genesung wieder in Erscheinung treten. Meistens sind es die Metastasen, die als Reste eines Schilddrüsenkrebses in anderen Organen weiterleben und sich weiterentwickeln.
    Hier begleitet Sie Ihr Arzt weiter durchs Leben und lädt Sie zu regelmäßigen Untersuchungen ein, um die Entstehung eines weiteren Krebses rechtzeitig erkennen und diese behandeln zu können.

  • Verbreitung von Metastasen: Oft werden die Lymphknoten im Halsbereich von den Krebszellen der Schilddrüse befallen. Zum Glück ist eine Verbreitung der Krebszellen der Schilddrüse eher selten. Wenn dies aber der Fall ist, dann sind zumeist Organe wie die Lymphknoten im Halsbereich, Knochen, Lungen, Leben und Gehirn betroffen.
    Auch hier sind regelmäßige Folgeuntersuchungen von größter Bedeutung, damit Metastasen so früh wie möglich erkannt und behandelt werden.

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Ihr Dr. Rafiei