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Morbus Basedow
Symptome, Diagnose und Behandlung

Mögliche Folgen und Komplikationen

  • Herzrhythmusstörung: Morbus Basedow kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Die Pumpfunktion des Herzens wird schwächer, das Muskelgewebe kann in Struktur und Funktion ebenfalls beeinträchtigt werden.

  • Schwangerschaft: Morbus Basedow kann folgende Komplikation verursachen

    • Fehlgeburt

    • Schwangerschaftsabbruch

    • Fehlfunktion der Schilddrüse des Fötus

    • Störung in der Entwicklung des Fötus

    • Herzprobleme

    • Präeklampsie (eine Art des Bluthochdrucks mit weiteren Komplikationen)

  • Thyreotoxische Krise: Dies ist eine selten, aber lebensbedrohliche Art der Schilddrüsenüberfunktion, bei der eine drastisch hohe Menge von Schilddrüsenhormonen produziert werden. Dies hat einige Symptome wie:

    • Übermäßiges Schwitzen

    • Fieber

    • Übelkeit

    • Durchfall

    • Schwächeanfall

    • Krämpfe

    • Gelblichverfärbte Haut und Augen

    • Unregelmäßige Herzfrequenz

    • Sehr niedriger Blutdruck

    • Koma

  • Brüchige Knochen: Durch unbehandelten Morbus Basedow können Knochen an Masse, Qualität und Festigkeit verlieren und somit brüchig werden. Die Gesundheit der Knochen ist zu einem großen Teil von der Aufnahme von Kalzium abhängig. Bei erhöhter Hormonproduktion in der Schilddrüse kann dieser Prozess gestört werden und die Knochen können daher weniger Kalzium aufnehmen.

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Überfunktion der Schilddrüse führt. Er betrifft zumeist Frauen und Personen unter 40. Es gibt zwar einige Erkrankungen, die eine Schilddrüsenüberfunktion verursachen, allerdings ist der Morbus Basedow unter ihnen der wichtigste Verursacher. Diese Krankheit kann auch andere Organe in Mitleidenschaft ziehen, wie z.B. Augen.


Bei Morbus Basedow werden Antikörper produziert, welche die Aktivität der Schilddrüse bei Hormonbildung erhöhen. Die Schilddrüsenüberfunktion hat einen schnellen Verlauf und so ist die Erkrankung auch bald nach dem Ausbruch zu diagnostizieren.

Symptome

Hier ist eine Liste möglicher Symptome und Zeichen von Morbus Basedow:

 

  • Höhere Erregbarkeit

  • Angstzustände

  • Gewichtsverlust bei gleicher Ernährungsweise

  • Wärmeempfindlichkeit und stärkeres Schwitzen

  • Höhere oder unregelmäßige Herzfrequenz

  • Kribbeln in Händen und Fingern

  • Vergrößerte Schilddrüse

  • Schlafstörungen

  • Möglicherweise geschwollene, hervortretende Augen (endokrine Orbitopathie)

  • Veränderungen im Menstruationszyklus

  • Erektionsstörung und verminderter Sexualtrieb

  • Häufigerer Stuhlgang

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit

  • Dicke, gerötete Hautpartien am Unterschenkel und an der Oberseite der Füße

Endokrine Orbitopathie

In manchen Fällen kann Morbus Basedow die Augen in Mitleidenschaft ziehen. Dabei kommt es zu einer Schwellung um die Augen, einerseits werden mehr Tränen produziert, andererseits leidet man an trockenen Augen, man fühlt einen erhöhten Augendruck oder ein Fremdkörpergefühl. Es kann zu einer Augenentzündung kommen. Die Gründe liegen daran, dass Bindegewebe und Feine Muskeln hinter den Augen anschwellen. Die Trockenheit der Augen ist auf das seltenere Blinzeln zurückzuführen. Die Folgen sind eine schlechtere Sicht und das sogenannte Doppelbildsehen.

In der Anfangsphase der Krankheit kann eine Behandlung mit Selen Abhilfe schaffen. Trockene Augen kann man auch mit befeuchtenden Augentropfen oder Salben behandeln. Eine Therapie mit Cortison kann ebenfalls in Erwägung gezogen werden. In manchen Fällen wird die Schilddrüse operativ entfernt. Leider müssen all diese Maßnahmen nicht unbedingt zu einer Besserung der endokrinen Orbitopathie führen. Ihr Arzt kann aber durch eine individuelle Behandlung Abhilfe schaffen.

Prätibiales Myxödem

Die Schilddrüsenüberfunktion und insbesondere der Morbus Basedow können manchmal die Ursache für das prätibiale Myxödem sein. Hierbei produzieren die Fibroblasten im vorderen Bereich des Schienbeins vermehrt Glykosaminoglykanen und Mukopolysacchariden.

Die Haut des Unterschenkels ist dabei nicht oder schwer eindrückbar und es entsteht eine Schwellung der Haut, die nicht schmerzhaft ist. Einige Symptome dieser Krankheit sind:

 

  • Gewichtszunahme

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit

  • Kälteempfindlichkeit

  • Trockene Haut
  • Muskelkrampf

  • Heiserkeit

  • Verstopfung

  • Starke Menstruation

Risikofaktoren

Obwohl Morbus Basedow ohne einen bestimmten Grund ausbrechen kann, gibt es dennoch einige Faktoren, die dessen Entstehung begünstigen können:

  • Geschlecht: Frauen haben ein weit höheres Risiko, an Morbus Basedow zu erkranken.

  • Genetik: Menschen, deren Familienangehörige an Morbus Basedow gelitten haben, haben ebenfalls ein höheres Risiko, ebenfalls daran zu erkranken.

  • Alter: Morbus Basedow entsteht vermehr bei Menschen unter 40.

  • Schwangerschaft: Eine Schwangerschaft oder eine Geburt, die nicht länger als 6 Monate her ist, können die Chancen erhöhen, an Morbus Basedow zu erkranken, besonders wenn jemand aus der nahen Verwandtschaft bereits daran erkrankt war.

  • Stress: Egal ob psychisch oder körperlich, der Stress spielt eine wichtige Rolle in der Entstehung von Morbus Basedow. Auch sind Menschen, die genetisch belastet sind, besonders betroffen.

  • Rauchen: Rauchen beeinträchtigt das Immunsystem und dies kann die Entstehung von Morbus Basedow begünstigen. Besonders Raucher, in deren familiärem Kreis Menschen mit Morbus Basedow waren, haben ein noch höheres Risiko.

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Ihr Dr. Rafiei