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Schilddrüsentherapien

Medikamentöse Therapie

In erster Linie versucht der Facharzt, eine Schilddrüsenerkrankung mit Medikamenten zu heilen. Oft sind Medikamente aber auch nach einer anderen Behandlung wie z.B. einer Schilddrüsen-OP oder einer Radiojodtherapie notwendig. Es sei erwähnt, dass die Medikation leider nicht immer eine weitere Behandlung wie z.B. Operation ersetzen kann. In manchen Fällen lässt sich eine Schilddrüsenerkrankung nicht aufhalten, sodass eine operative Entfernung der Drüse oder eine Radiojodtherapie notwendig ist.

1- Jod

Eine unnatürliche Vergrößerung der Schilddrüse, Struma genannt, wird oft durch Jodmangel verursacht. Hier verschafft die Gabe von Jodid in Form von Tabletten Abhilfe. Allerdings kann es andere Faktoren geben, die eine Beseitigung des Jodmangels durch Einnahme von Jodtabletten verhindern können. Sollten nämlich Erkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Schilddrüsenüberfunktion vorliegen, wird Ihnen Ihr Schilddrüsenarzt keine zusätzliche Jodeinnahme empfehlen.

2- Hormone

Die Schilddrüsenhormone werden in Form von Tabletten verabreicht. Es gibt sie in synthetischer und biologischer Form. Die synthetischen Hormone werden, wie die Bezeichnung sagt, chemisch hergestellt. Die natürlichen oder auch bioidente Hormone werden aus tierischen Schilddrüsen extrahiert. Beide Formen sind für den Menschen sehr gut verträglich.

Thyroxin

Das Hormon Thyroxin (T4) lässt sich sehr gut synthetisch herstellen. Bei Patienten, die an Schilddrüsenunterfunktion leiden, kommt diese Medikation sehr gut zum Einsatz. Dieser Umstand kann bei Hashimoto-Thyreoiditis oder nach einer operativen Entfernung der Schilddrüse vorliegen.

Thyroxin-Ersatz kann auch beim Jodmangel empfohlen werden (Struma). Hier kann die Schilddrüse bedingt durch Jodmangel wenig Hormone produzieren. Die Medikation kann die fehlende Hormonmenge ersetzen und zugleich die Produktion von TSH (Thyroid Stimmulating Hormone) wieder regulieren, die im Falle von Schilddrüsenunterfunktion höher liegt.

Beim Vorliegen von Struma kann Ihr Arzt die Einnahme von Thyroxin- und Jodtabletten gleichzeitig empfehlen.

In den meisten Fällen ist die Zufuhr der künstlichen Thyroxin frei von Nebenwirkungen.

Hier soll noch erwähnt werden, dass der Körper imstande ist, das Schilddrüsenhormon T3 aus dem zugeführten Hormon Thyroxin (T4) herzustellen. Daher genügt es, nur T4-Tabletten einzunehmen.

Natürliche Hormone

Bei diesen Hormonextrakten aus tierischen Schilddrüsen kommen alle Hormone in ihrem natürlichen Mischverhältnis vor, die in der Schilddrüse produziert werden, also T3, T4, Calcitonin, Thyronamine, etc. Ob eine Behandlung mit natürlichen Hormontabletten für einen Patienten in Frage kommt, entscheidet Ihr Arzt individuell.

Thyreostatika

Sollte eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen, kann hier eine Medikation mit Thyreostatika empfohlen werden. Es kommen hauptsächlich Medikamente auf Basis von Thionamid zur Verwendung, wie z.B. das Thiamazol oder Carbimazol.

Im Gegensatz zu Medikamenten, die langfristig bei Schilddrüsenunterfunktion eingenommen werden können, haben die Thyreostatika leider sehr viele unangenehme Nebenwirkungen. Das bedeutet, dass sie nur in akuten Fällen eingesetzt und nur kurzfristig eingenommen werden können. Gleichzeitig müssen solche Patienten intensiv von behandelnden Arzt beobachtet und kontrolliert werden.

Da Thyreostatika nicht langfristig genommen werden können, führt die Behandlung oft zu einer operativen Entfernung der Schilddrüse oder einer Radiojodtherapie. Aber es gibt auch weitere gute alternative Behandlungsarten, die Ihnen weiter unten vorgestellt werden.

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Ihr Dr. Rafiei