Image by Lucas Kapla

Schilddrüsentherapien

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie wird seit vielen Jahren erfolgreich eingesetzt, um überaktive Schilddrüsenzellen gezielt zu zerstören. Oft ersetzt diese Therapie eine Schilddrüsen-OP. Ob sich Ihr Arzt für eine Radiojodtherapie statt einer OP entscheidet, hängt von der vorliegenden Erkrankung und von der Aufnahmefähigkeit der Zellen ab, die zerstört werden sollen.

In folgenden Fällen kann die Radiojodtherapie erfolgreich eingesetzt werden:

  • Bei heißen Knoten mit einer Überfunktion der Schilddrüse

  • Bei Struma Diffusa

  • Wenn sich die Schilddrüse nach einer Struma-Operation wieder vergrößert

  • Bei differenzierten Schilddrüsenkarzinomen

  • Bei Morbus-Basedow

 

Bei dieser Therapie erhält der Patient eine kleine Dosis vom radioaktiven Jod (oral oder intravenös). Das radioaktive Jod wird nur von den Schilddrüsenzellen aufgenommen, ganz besonders von den aktiveren Zellen. Das radioaktive Jod zerstört dann diese Zellen. Dadurch verliert die Schilddrüse die überaktiven Zellen und somit auch an Masse.

Leider kann die Radiojodtherapie nicht in allen Fällen angewandt werden, da sie nur für die gezielte Zerstörung von überaktiven Zellen geeignet ist. Bei Erkrankungen wie Kalte Knoten oder Zysten ist diese Therapie nicht wirksam.

Die Radiojodtherapie kann auch bei manchen Arten von Schilddrüsenkrebs angewandt werden. Hier müssen Krebszellen vorhanden sein, die aktiver sind als die gesunden Schilddrüsenzellen. Denn dadurch nehmen diese Krebszellen mehr radioaktives Jod auf und werden zerstört.

Besonders nach einer operativen Entfernung einer krebskranken Schilddrüse kann die Radiojodtherapie zum Einsatz kommen. Da die Schilddrüse komplett entfernt wurde, wird das radioaktive Jod nur mehr von den Krebszellen aufgenommen, die möglicherweise noch im Körper sind.

Falls Patienten aus gesundheitlichen Gründen, oder wenn sie keine Behandlung mit radioaktiven Substanzen haben wollen, dann steht als Alternative die Schilddrüsen-OP zur Verfügung. Auch bei Schwangeren und Kindern wird vom Einsatz der Radiojodtherapie abgeraten. Bei Kinderwunsch sollten Paare nach einer Radiojodtherapie etwa ein halbes Jahr warten, bevor eine Schwangerschaft eintritt. Dies gilt für Frau und Mann zugleich.

1- Radiojodtherapie - Der Ablauf

Selbstverständlich werden Sie von uns über alle Schritte der Radiojodtherapie genauestens informiert und vorbereitet.

Einige Wochen vor dieser Therapie dürfen keine jodhaltigen Speisen und Medikamente eingenommen werden. Es ist wichtig, dass die Schilddrüse während der Radiojodtherapie gut aufnahmefähig ist und das Radiojod gut aufnehmen und speichern kann.

Üblicherweise fängt das Prozedere mit einem Radiojodtest, der ein paar Wochen vor der eigentlichen Therapie ambulant durchgeführt wird. Damit kann die Dosis des radioaktiven Materials bestimmt werden, die für eine erfolgreiche Therapie notwendig und sonst für den Patienten nicht zu hoch ist.

Die eigentliche Radiojodtherapie findet in einem Krankenhaus oder einer Klinik statt und dauert einige Tage, abhängig von der Diagnose und der Dosis. Im Normalfall schluckt der Patient nur einmalig eine Kapsel des radioaktiven Jods. Die Anreicherung des Radiojods in der Schilddrüse wird dann regelmäßig beobachtet.

Da es sich hierbei um eine Behandlung mit radioaktivem Material handelt, kann der Patient während des gesamten Aufenthalts in der speziell hierfür eingerichteten Krankenhausstation keinen Besuch empfangen, da seine Ausscheidungen und sogar seine Atemluft eine sehr geringe Menge Radioaktivität aufweisen. Auch einige Tage nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten Kontakten zu anderen Personen, besonders zu Schwangeren und Kindern, reduziert bzw. vermieden werden.

Abhängig davon, wie die Zielzellen von dem Radiojod angesprochen werden, wird die Dosis des radioaktiven Jods während der Therapie immer wieder angepasst.

2- Radiojodtherapie - Nachsorge

Wie nach einer Schilddrüsen-OP ist auch nach einer Radiojodtherapie eine lebenslange Nachsorge notwendig. Falls eine Schilddrüsenunterfunktion zu erwarten ist, wird eine entsprechende Medikation von Ihrem Arzt angedacht und empfohlen.

Es folgen Blutuntersuchungen und eventuell eine Szintigraphie. Damit soll die Wirkung der Therapie bestimmt werden. Falls nötig kann eine weitere Radiojodtherapie verordnet werden. Des Weiteren kann der Facharzt die Dosis der Medikation bestimmen, falls dies notwendig sein sollte.

Nach dieser Anfangsphase ist es genug, wenn Untersuchungen in größeren Zeitabständen durchgeführt werden, damit die Dosis der Medikamente je nach Bedarf angepasst werden kann.

3- Vorteile der Radiojodtherapie

In einigen Fällen kann die Radiojodtherapie eine Operation und die damit verbundene Narkose ersetzen. Jede OP und jede Vollnarkose bergen Risiken, die in somit vermeidbar sind. Die Heilungschancen stehen sehr gut und es kommt kaum zu Komplikationen.

4- Nachteile der Radiojodtherapie

Das Radioaktive Jod reichert sich zunächst in der Schilddrüse an. Es kann einige Monate dauern, bis die Wirkung der Therapie bemerkbar ist. Außerdem kann der Aufenthalt im Krankenhaus je nach der Situation bis zu eine Wochen dauern.

Bei Schwangeren und Kindern darf die Radiojodtherapie nicht angewendet werden. Bei Kinderwusch sollte etwa ein halbes Jahr zugewartet werden, bevor eine Schwangerschaft entstehen kann.

Falls die Therapie zu einer Unterfunktion der Schilddrüse führen sollte, kann die fehlende Hormonmenge medikamentös substituiert werden.

Die behandelten Patienten sollten den Kontakt zu anderen Personen für einige Wochen möglichst einschränken bzw. vermeiden.

Image by Pawel Czerwinski

Kontakt

Ich bin für Ihre Fragen und Anliegen gerne da. Meine Kontaktdaten finden Sie im unteren Bereich der Seite.

Ihr Dr. Rafiei