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Thyreoiditis de Quervain
Symptome, Diagnose und Behandlung

Diese Schilddrüsenerkrankung ist nach dem Schweizer Arzt Fritz de Quervain benannt. Dabei handelt es sich um eine subakute, entzündliche Erkrankung der Schilddrüse. Die Ursachen dieser seltenen Schilddrüsenerkrankung sind nicht ganz geklärt. Sie wird aber häufiger nach viralen Infektionen der oberen Atemwege beobachtet, besonders bei Mumps, Masern und Atemwegerkrankungen verursacht durch Adenoviren.

Die Thyreoiditis de Quervain wird bei Frauen fast viermal öfter beobachtet als bei Männern. Sie tritt meist im Alten von 30 – 50 auf.

Symptome

Die Krankheit hat generell vier Verlaufsphasen:

               Phase 1: Die akute Phase mit Schilddrüsenüberfunktion

               Phase 2: Beruhigung

               Phase 3: Übergang in die Schilddrüsenunterfunktion

               Phase 4: Genesung

In der 1. Phase, die 3 bis 6 Wochen anhalten kann, werden die Hormonreserven der Schilddrüse und die darin gespeicherten Hormone ins Blut freigegeben. Dies führt zu einer vorübergehenden Schilddrüsenüberfunktion und deren typischen Symptomen. Diese sind:

  • Halsschmerzen

  • Hohe Druckempfindlichkeit im Bereich der Schilddrüse

  • Herzrasen

  • Halsschmerzen, die in Kiefer und Ohren ausstrahlen

  • Vergrößerte Schilddrüse

  • Wärmeempfindlichkeit

  • Schwitzen

  • Fieber

  • Nervosität

  • Häufiger Stuhlgang

 

In der 2. Phase normalisieren sich die Schilddrüsenwerte und die Symptome der Krankheit gehen zurück. Dies kann auch nur eine Zwischenphase hin zur 3. Phase mit Schilddrüsenunterfunktion sein.

In der Phase 3 kommt es zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen. Sie kann einige Wochen andauern und bei einer geringen Zahl von Patienten chronisch werden. Die typischen Symptome sind:

  • Abgeschlagenheit

  • Geschwollene Augen

  • Kälteempfindlichkeit

  • Verstopfung

  • Trockene Haut


Weitere Symptome der Thyreoiditis de Quervain sind:

  • Schmerzen beim Schlucken

  • Kopfschmerzen

  • Muskelschmerzen

  • Gelenkschmerzen


Untersuchungen und Diagnose

Prinzipiell ist es wichtig, die Thyreoiditis de Quervain korrekt zu diagnostizieren, da manche Symptome denen anderer Schilddrüsenerkrankungen ähnlich sind. Oft verschwindet die Erkrankung sogar ohne eine Behandlung. Daher ist es dem Schilddrüsenarzt besonders wichtig, dass möglichst keine unnötige Therapie begonnen wird.

Nach der Beobachtung der Symptome durch Ihren Schilddrüsenarzt, beginnt die Untersuchung mit Antasten des vorderen Halsbereichs, einen Labortest und Ultraschall.

Bei der Blutuntersuchung werden die Schilddrüsenhormone T3 und T4, sowie das TSH-Hormon, das im Gehirn produziert wird und die Funktion der Schilddrüse reguliert, bestimmt.

Wenn nötig, wird zur Bestätigung der Diagnose auch eine Schilddrüsenszintigrafie durchgeführt.

Das Ertasten der Schilddrüse erzeugt starke Druckschmerzen. Im Anfang kann es zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen, da Hormone aus zerstörten Schilddrüsenzellen heraustreten können. Diese bringt die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion in der Anfangsphase mit sich. Beim Blutbefund ist zu erkennen, dass die Werte für T3 und T4 erhöht und der Wert des TSH-Spiegels niedrig ist.

Nach einigen Wochen, wenn die Reserven an Schilddrüsenhormonen bereits ausgeschöpft sind, kommt es zu normalen Hormonwerten.

Sollte die Erkrankung nicht heilen, kommt es nach einigen Wochen zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Werte von T3 und T4 im Blut werden kontinuierlich geringer und der TSH-Wert steigt.

Eine zuverlässige Untersuchung ist die Feinnadelaspiration, die ebenfalls sehr gute Ergebnisse liefert und die Diagnose noch genauer macht.

In wenigen Fällen lassen sich Antikörper gegen die Schilddrüse in der Blutuntersuchung nachweisen.

Therapie

Die Thyreoiditis de Quervain heilt oft von selbst. Dies kann leider Wochen oder Monate dauern. Bis dahin kann Patienten, die an starken Schmerzen oder Nichtwohlsein leiden, medikamentös geholfen werden.

Die Therapie beginnt im Regelfall mit einer hohen Dosis nicht-steroidalen Antirheumatika, die in den meisten Fällen zu einer Beruhigung der Schmerzen führen. Wenn der Erfolg jedoch ausbleiben sollte, wird auch auf Kortikosteroide zurückgegriffen. Die Medikamente hemmen nicht nur die Schmerzen, sondern auch die Entzündung der Schilddrüse.

In seltenen Fällen kann es zu einer bleibenden Schilddrüsenunterfunktion kommen, wobei die Betroffenen dauerhaft mit Hormontabletten behandelt werden können.

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Kontakt

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Ihr Dr. Rafiei